Mein Königtum ist nicht von dieser Welt

 

Heute folgen wir der Leseordnung des alten Ritus, in dem am letzten Sonntag im Oktober, also heute, das Christkönigsfest gefeiert wird.
 
Joh 18,33-37
 
In jener Zeit fragte Pilatus Jesus: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt? Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier. Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.
 
Als Christen erkennen wir den Herrn als König, als einen König nach unserem Herzen. Je mehr wir den Herrn kennenlernen dürfen, desto mehr erfüllt es uns mit Freude, daß der Herr so ist, wie er ist. Ein König ohne Schatten, ein König, der uns sein Herz schenkt und wir ihm das unsrige.

Pilatus wußte nicht so recht, wie er mit der Situation umgehen sollte. Er merkte, daß etwas in dem ganzen Vorgang um die Anklage Jesu nicht stimmte, weil sie ihn aus Neid ausgeliefert hatten (vgl. Mt 27,18), und vermutlich nahm er auch wahr, daß vom Herrn etwas ausging, was er nicht recht fassen konnte. Hinzu kamen die Warnungen seiner Frau, die einen Traum über Jesus gehabt hatte und ihren Mann bat, diesem Gerechten nichts anzutun (vgl. Mt 27,19).

Doch Pilatus, der ihn zunächst freigeben wollte, folgte – aus Menschenfurcht vor den Juden, vielleicht auch aus Angst vor dem Machtverlust – diesen klaren Hinweisen nicht.

Menschenfurcht und Angst vor Machtverlust erlauben es nicht, auf die Stimme der Wahrheit zu hören, die Jesus selbst ist, dessen “Königreich nicht von dieser Welt” ist. Es ist ein Reich der Liebe und der Wahrheit, und nur diejenigen werden eingelassen und können darin bleiben, die sich mühen, den Bedingungen dieses Reiches zu entsprechen, und nicht in einer egoistischen Selbstbefangenheit verharren.

Sehr wichtig für uns ist das Wort des Herrn: “Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme”. Das sollte für uns nicht so zu verstehen sein, daß wir in falscher Selbstsicherheit den anderen begegnen, als seien wir, weil wir Jesus nachfolgen, »Besitzer der Wahrheit«. Der Satz weist uns vielmehr darauf hin, daß es nicht nur darum geht, den Herrn zu erkennen und um ihn zu wissen, sondern darum, daß wir im Herrn bleiben und unser Sein von ihm durchdrungen ist.

Das ist es, was das Königtum des Herrn ausmacht: die Bekehrung der Herzen, die dann dieses Königtum der Liebe und Wahrheit unter den Menschen entstehen läßt, weil Jesus selbst in ihren Herzen wohnt und regiert.

Wir wissen, daß jene Menschen Priester und Könige in diesem Reich sind, die aufrichtig bemüht sind, ein Leben der Heiligkeit zu führen. So wird es auch deutlich, daß das Reich dieses Königs nicht von dieser Welt ist, denn sonst würde man versuchen, es mit Waffengewalt zu gewinnen. Doch das Reich Gottes wird nicht auf diesem Weg erobert.

Wenn wir die Worte des Herrn auch als Auftrag an uns verstehen, dann heißt dies, daß wir im Herrn durch die Heilige Taufe neu geboren sind. Als “Neugeborene” oder “Wiedergeborene im Geist des Herrn”, sind auch wir beauftragt, von der Wahrheit Zeugnis abzulegen, also von diesem König und seinem Königreich.

So wie Jesus den Vater bezeugt, gilt es, auch durch unser Leben Zeugnis von der Liebe der Heiligsten Dreifaltigkeit abzulegen. Es liegt dann nicht in unserer Macht, wer auf unsere Stimme hört, denn wir sind Mitarbeiter der Wahrheit und nicht ihre Eigentümer. Der aber, der die Wahrheit selbst ist, der möge uns beistehen, ihn durch Wort und Leben zu bezeugen und nicht darin nachzulassen, damit andere Menschen, die aus der Wahrheit sind, seine Stimme hören und ihm folgen.

Die Notwendigkeit der Umkehr

Lk 13,1-9

Zu dieser Zeit kamen einige Leute zu Jesus und berichteten ihm von den Galiläern, die Pilatus beim Opfern umbringen ließ, sodaß sich ihr Blut mit dem ihrer Opfertiere vermischte. Da sagte er zu ihnen: Meint ihr, daß nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden – meint ihr, daß nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine.

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DAS LEBEN DER HEILIGEN: Der Heilige Johannes von Capestrano – “Eine ungewöhnliche Berufung”                     

Welch ungewöhnliche Geschichten das Leben der Heiligen schreibt! Es sind jene Menschen, die sich völlig in den Dienst Gottes stellen und sich nicht selten in diesem Dienst verzehren.

Die feurige Liebe zu Gott war es, die den heiligen Johannes zu Taten antrieb, die weit über das hinausgingen, was ein Mensch normalerweise zu leisten vermag. Das Geheimnis Gottes leuchtet hier auf.

Johannes – 1386 in Capestrano geboren – war auf dem Weg, eine angesehene weltliche Laufbahn einzuschlagen. In einer Zeit politischer Spannungen wollte er als Advokat des Königs Ladislaus von Neapel eigentlich vermitteln, wurde jedoch gefangengenommen und in einen festen Turm geworfen. So grausam seine Behandlung auch gewesen sein mag, Gott nutzte dies, um Johannes zur Einsicht zu bringen, daß er doch dem himmlischen König dienen und die Welt verlassen solle.

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Der Wahrheit gehorsam

Lk 12,49- 53

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muß mit einer Taufe getauft werden und ich bin sehr bedrückt, solange sie noch nicht vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Denn von nun an wird es so sein: Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

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Das Geheimnis Gottes ist offenbar geworden

Eph 3,2-12

Brüder! Ihr habt gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch verliehen hat. Durch eine Offenbarung wurde mir das Geheimnis mitgeteilt, das ich soeben kurz beschrieben habe. Wenn ihr das lest, könnt ihr sehen, welche Einsicht in das Geheimnis Christi mir gegeben ist. Den Menschen früherer Generationen war es nicht bekannt; jetzt aber ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden: daß nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und an derselben Verheißung in Christus Jesus teilhaben durch das Evangelium. Ihm diene ich dank der Gnade, die mir durch Gottes mächtiges Wirken geschenkt wurde. Mir, dem Geringsten unter allen Heiligen, wurde diese Gnade geschenkt: Ich soll den Heiden als Evangelium den unergründlichen Reichtum Christi verkündigen und enthüllen, wie jenes Geheimnis Wirklichkeit geworden ist, das von Ewigkeit her in Gott, dem Schöpfer des Alls, verborgen war. So sollen jetzt die Fürsten und Gewalten des himmlischen Bereichs durch die Kirche Kenntnis erhalten von der vielfältigen Weisheit Gottes, nach seinem ewigen Plan, den er durch Christus Jesus, unseren Herrn, ausgeführt hat. In ihm haben wir den freien Zugang durch das Vertrauen, das der Glaube uns schenkt.

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Gedanken zu den Heiligen

Nicht selten füge ich zwischen den Auslegungen über das Evangelium oder die Lesungen und manche geistliche Lehre etwas über die Heiligen ein. Es ist mir immer eine große Freude, über sie zu berichten. Heute möchte ich einige Gedanken von Dietrich von Hildebrand zu diesem Thema niederlegen und sie etwas kommentieren.  Weiterlesen

Aus Gnade sind wir gerettet

Eph 2,1-10

Brüder! Ihr wart tot infolge eurer Verfehlungen und Sünden. Ihr wart einst darin gefangen, wie es der Art dieser Welt entspricht, unter der Herrschaft jenes Geistes, der im Bereich der Lüfte regiert und jetzt noch in den Ungehorsamen wirksam ist. Zu ihnen gehörten auch wir alle einmal, als wir noch von den Begierden unseres Fleisches beherrscht wurden. Wir folgten dem, was das Fleisch und der böse Sinn uns eingaben, und waren von Natur aus Kinder des Zorns wie die anderen. Gott aber, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht. Aus Gnade seid ihr gerettet. Er hat uns mit Christus Jesus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz im Himmel gegeben. Dadurch, daß er in Christus Jesus gütig an uns handelte, wollte er den kommenden Zeiten den überfließenden Reichtum seiner Gnade zeigen. Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft – Gott hat es geschenkt -, nicht aufgrund eurer Werke, damit keiner sich rühmen kann. Seine Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus dazu geschaffen, in unserem Leben die guten Werke zu tun, die Gott für uns im Voraus bereitet hat.

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