Das Purgatorium – Die Läuterung nach dem Tod

Das wichtige, aber nicht selten mißverstandene Thema des Purgatoriums (Fegefeuer) gehört noch in den Rahmen unserer Betrachtungen der letzten Dinge und ist trotz seiner Ernsthaftigkeit doch eine sehr tröstliche Lehre.

Wir müssen wohl davon ausgehen, daß die meisten Menschen nach ihrem Tod noch nicht sofort zur vollen Vereinigung mit Gott gelangen können, denn diese ist nur möglich, wenn der Mensch vollkommen gereinigt ist. Gleichzeitig hoffen wir, daß möglichst wenige Menschen in die Hölle kommen, am liebsten gar niemand, was allein der Liebe und Gerechtigkeit Gottes überlassen sei. Vor diesem Hintergrund erschließt sich der tiefe Sinn der Lehre vom Purgatorium. Es entspringt der Weisheit der Liebe Gottes und stellt einen Akt seiner Barmherzigkeit dar. Somit gibt es für Menschen, die in ihrem irdischen Leben nicht genug auf die Liebe Gottes geantwortet haben, noch einen Weg der Läuterung nach dem Tod.

Weiterlesen

EIN KRÄFTIGES MITTEL

“Ihr sollt im Licht bleiben und dies zu allen tragen. Das wird ein sehr kräftiges Mittel sein, um viele Bekehrungen zu erlangen und auch – wenn möglich – die Pforten derHöllezu verschließen!(Aus der Botschaft von Gottvater an M. Eugenia Ravasio)

Unser Vater spricht hier von dem Licht, das er durch seine Botschaft an Madre Eugenia in diese Welt hineintragen möchte. Es ist die so wichtige Erkenntnis, daß Gott Vater uns liebt und wir das richtige Bild von ihm bekommen sollen.

Weiterlesen

“Die Hölle”

Ein Blick auf die so wichtigen »letzten Dinge« bleibt unvollständig, wenn wir nicht auch die Möglichkeit einer Verfehlung des Lebens in Betracht ziehen, denn davon geben sowohl die Heilige Schrift als auch die kirchliche Lehre eindeutig Zeugnis.

Gewiß mag es erschreckend sein, davon zu hören, aber das ist kein Grund, diese Dimension unseres Glaubens zu verschweigen, denn es gibt auch so etwas wie einen »heilsamen Schrecken«. Der heilige Johannes Chrysostomos unterstreicht die Wichtigkeit dieser Lehre und betont, wie wesentlich es ist, sie in Erinnerung zu behalten.

“Wahrhaftig, würden wir immer an die Höllenstrafe denken, wir würden nicht leicht hineingeraten! Deshalb hat Gott uns die Höllenstrafe angedroht: Hätte der Gedanke daran nicht etwas Heilsames, so hätte er es nicht getan. Weil die Erinnerung an die Höllenstrafen so große Wirkungen hervorbringt, hat Gott uns die Drohung wie eine heilsame Arznei gereicht. […] Eine Seele, die die Hölle fürchtet, wird nicht leicht in Sünde fallen. […] Die im Herzen wohnende Furcht verbannt daraus alles Sündhafte.” (J. Chrysostomos, Homilie zum 2. Brief an die Thessalonicher, 2,3)

Weiterlesen

Ewiges Leben in Gott – der Himmel (II)

Wie wir gestern betrachtet haben, ist das höchste Gut, welches uns im Himmel erwartet, die Anschauung Gottes, die uns unendlich glücklich machen wird. Manche Väter der Kirche haben versucht, das Unfaßbare doch irgendwie für uns zugänglich zu machen. Deshalb möchte ich gerne eine dieser Stimmen zu unserer Freude hinzufügen. Der Heilige Augustinus, ein Meister des Wortes, schreibt im Gottesstaat:

“Wie groß wird die Seligkeit sein, bei der jedes Übel ausgeschlossen ist, kein Gut verborgen bleibt, jeder dem Preis Gottes sich widmet, der alles in allem sein wird! Denn was dort geschehen sollte, wo man weder aus Trägheit untätig ist, noch aus Not arbeitet, kann ich mir nicht denken. […]

Alle Glieder und inneren Organe des unvergänglichen Leibes, die wir hienieden für die verschiedenen Gebrauchszwecke verteilt sehen, wie es das Bedürfnis mit sich bringt, werden dem Preise Gottes dienen, weil es dort keine Bedürfnisse mehr gibt, sondern nur eine volle, gewisse, sichere und ewig währende Seligkeit […]. Und mit den großen und wunderbaren Dingen, die man dort schauen wird, werden die vernünftigen Geister aus Entzücken über die der Vernunft einleuchtende Schönheit begeistert einstimmen in den Preis eines so großen Meisters.”  (Buch XXII, Kapitel 30):

Weiterlesen

Ewiges Leben in Gott – der Himmel (I)

Gestern haben wir die geistliche Auferstehung bzw. die erste Auferstehung in den Blick genommen. Dieses Thema braucht nun nicht mehr mir einer weiteren Betrachtung vertieft zu werden, denn es ist der tägliche Weg des Glaubens, verbunden mit dem Streben nach Heiligkeit. Es begleitet uns das ganze Leben hindurch und ich versuche, durch Ansprachen, Meditationen und Vorträge den Gläubigen und suchenden Menschen Hilfe zu geben.

Was aber noch zu diesen Betrachtungen nach der Auferstehung des Herrn gehört, ist der Blick auf die Ewigkeit. Für die treugebliebenen Gläubigen wird sie der Himmel sein, die vollständige Vereinigung mit Gott in der Anschauung seiner Herrlichkeit.

Es wäre ja sehr unklug, dieses wunderbare Ziel aus den Augen zu verlieren, auf das wir unterwegs sind. Es ist weit herrlicher, als wir es uns vorstellen können, und es sollte uns in seiner Schönheit anziehen. Auch werden wir bei der Betrachtung der Herrlichkeit des Himmels nicht etwa weltfremd, »abgehoben« oder flüchten aus der Realität. All das sind falsche Vorstellungen. Im Gegenteil: Mit der Vorfreude auf den Himmel sollte sich der Eifer verstärken, unserer Berufung auf der Erde nachzukommen, um Gott zu verherrlichen und den Menschen zu dienen.

Weiterlesen

Die erste Auferstehung

Nachdem wir nun in drei Betrachtungen auf unsere zukünftige Auferstehung des Leibes geschaut haben, auf die wir als Glaubende freudig zugehen können, ist es angebracht, auf unsere geistliche Auferstehung zu schauen, welche die Voraussetzung dafür ist, daß wir mit Zuversicht dem Tod entgegengehen können. Diese geistliche Auferstehung wird auch als die “erste Auferstehung” bezeichnet, womit die Erweckung der Seele zum wahren Leben gemeint ist.

Der heilige Augustinus schreibt im Gottesstaat über dieses Thema und kommentiert dabei folgendes Wort des Herrn:

“Wahrlich, wahrlich, sage ich euch, die Stunde kommt, und jetzt ist sie da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohne verliehen, das Leben in sich selbst zu haben. ” (Joh 5,25–26)

Augustinus zufolge spricht der Herr hier nicht von der zweiten Auferstehung, von der leiblichen, die am Ende stattfinden wird, sondern von der ersten, die jetzt stattfindet. Eben diese will er kennzeichnen mit den Worten: “Die Stunde kommt und jetzt ist sie da. Aber diese Auferstehung ist nicht eine Auferstehung der Leiber, sondern der Seelen. Denn auch die Seelen haben ihren Tod, nämlich in Gottlosigkeit und Sünden, und solche Tote meint der Herr, wenn er sagt: “Laß die Toten ihre Toten begraben”, die seelisch Toten mögen die leiblich Toten begraben. ” (Augustinus, Gottesstaat, Buch 28, S. 1227)

Weiterlesen

Die leibliche Auferstehung von den Toten (III)

In den beiden vergangenen Betrachtungen haben wir bereits über die leibliche Auferstehung von den Toten gehört und wahrgenommen, welch wunderbaren Weg Gott für uns vorgesehen hat. Dabei kam die Unverweslichkeit des Auferstehungsleibes zur Sprache. Der Gläubige wird mit Leib und Seele – nachdem der Herr sie wieder zusammengeführt hat – für immer in der Anschauung Gottes leben dürfen.

Unser zukünftiger Leib wird vier wunderbare Eigenschaften besitzen, wie es uns der Römische Katechismus von Pius V. wissen läßt. Da heißt es:

“Der Körper der Heiligen aber hat bei der Auferstehung überdies eine Reihe herrlicher, wunderbarer Eigenschaften, die ihm einen viel größeren Adel verleihen, als er ihn je zuvor besaß. Die wichtigsten davon sind jene vier sogenannten »Gaben«, wie sie die Väter aus der Lehre des Apostels ableiten.

Weiterlesen