ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Der Prozeß der Schande« (IX)  

In Rouen verschärften sich die Haftbedingungen für die Jungfrau. Obwohl sie eigentlich in ein kirchliches Gefängnis hätte kommen müssen, in dem sie unter der Aufsicht von Frauen gestanden hätte, waren es nun englische Soldaten, die sie bewachten.

Der Priester Jean Massieu aus Rouen schilderte ihre Haftbedingungen wie folgt:

“Jeanne war im Schloß von Rouen in einem Raum im mittleren Stockwerk des Turms eingesperrt, wohin man über acht Treppen gelangte. Es war da ein Bett, wo sie schlief, und ein großer Holzklotz, woran eine Eisenkette angebracht war, die dazu diente, sie anzuketten. Ihre Füße waren gefesselt. Man schnallte sie mit einem Schloß an, das auf dem Holzklotz lag. Es waren fünf nichtswürdige Engländer da, um sie zu bewachen. Sie wünschten unbedingt Jeannes Tod und spotteten ihrer unablässig.”

Während des Prozesses klagte Jeanne immer wieder darüber und machte Bischof Cauchon dafür verantwortlich. Zudem mußte sie sich oft – insbesondere in der Nacht – gegen Übergriffe ihrer Wächter wehren.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Jeanne wir nach Rouen gebracht« (VIII)  

Mit der Gefangennahme von Jeanne d’Arc wurde sehr bald klar, was die Engländer mit ihr vorhatten. Sie war nicht einfach nur eine prominente Gefangene, sondern wegen ihr hatte die kriegerische Dominanz der Engländer in Frankreich ein Ende gefunden. Daher wußten sie sehr genau, was die Ursachen ihrer Niederlagen waren. Ihre Interpretation hieß, sie sei eine Hexe und damit eine vom Teufel beeinflußte Frau, die diese Wende zu ihren Ungunsten herbeigeführt hatte.

Mit der Niederlage von Jeanne in Paris – so wurde dies allenthalben interpretiert – war für die Gegner der Jungfrau der Nimbus ihrer Unbesiegbarkeit verloren. Ihre Gefangennahme vor Compiègne bestätigte dies noch mehr. Gegen einen beträchtlichen Geldbetrag wurde Jeanne von den Burgundern an den englischen König ausgeliefert. Es trat nun ein, was Jeanne befürchtet hatte. Sie geriet in die Hände ihrer Feinde.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC (VII): »Jeanne wird gefangengenommen«  

Nach der Krönung Karls VII. in Reims begannen Gespräche zwischen dem König und den Burgundern. Jeanne selbst hatte noch am Tag der Krönung dem Herzog von Burgund, Philipp dem Guten, geschrieben, und im Namen Gottes gebeten, “daß der König von Frankreich und Ihr einen guten und festen Frieden schließt, der lange dauern soll. Vergebt einander mit aufrichtigem Herzen vollständig als gläubige Christen.

Ein wahrer Friede war ihr Ernst, wenngleich sie den Herzog auch warnte, mit Waffengewalt gegen den König vorzugehen. Sie wollte eine christliche Versöhnung herbeiführen und dabei helfen, die Franzosen zu einen. Denn nach der verheerenden Niederlage der Franzosen in der Schlacht von Azincourt (1415) kam es zwischen den Burgundern und den Engländern zum anglo-burgundischen Bündnis (1420).

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC (VI): »Der König wird in Reims gekrönt«  

Nachdem Orléans von der Belagerung befreit worden war, drängte es Jeanne, ihre nächste Voraussage zu erfüllen und den König nach Reims zur Krönung zu führen. Sie wußte durch ihre Stimmen, daß sie nicht viel Zeit hatte, um ihre Mission zu erfüllen, und es galt, die Gunst der Stunde zu nutzen. Die Engländer waren geschwächt, die französischen Soldaten hingegen ermutigt. Der Graf von Dunois berichtet:

“Nach der Befreiung von Orléans zogen wir gemeinsam – die Jungfrau, ich und andere – zum König, der sich im Schloß von Loches befand, um von ihm neue Truppen zu verlangen zur Rückeroberung der Festungen und Städte an der Loire, besonders von Meung, Beaugency und Jargeau, damit er künftig sicherer und ungestörter operieren könnte bis nach Reims zu seiner Krönung; Jeanne trieb den König, flehentlich und unermüdlich drängend, zur Eile an. Sie warnte ihn, zu zögern. Von diesem Augenblick an handelte der König mit aller erdenklichen Eile und entsandte den Herzog von Alençon, andere Kriegsherren und mich – zusammen mit Jeanne – zur Einnahme jener Städte und Schlösser. Und tatsächlich wurden sie erneut unter die Herrschaft des Königs gebracht – durch Johannas Hilfe, wie ich meine.”

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC (V): »Jeanne erfüllt ihre Voraussage – Orléans wird befreit«

Von diesem Zeitpunkt an wendete sich das Blatt dieses Krieges zugunsten der französischen Krone. Das Entscheidende war geschehen: Der Dauphin Charles VII. hatte Jeanne empfangen und sich davon überzeugen lassen, daß sie von Gott gesandt war. Auch die kirchliche Obrigkeit hatte zugestimmt. So konnte Gott seinen Plan durchführen.

Jeannes Kommen nach Orléans wurde nicht nur von der eingeschlossenen Bevölkerung sehnlichst erwartet, sondern sie stärkte insbesondere die Soldaten des Königs. Die Gegenwart der Jungfrau mit ihrer nie versiegenden Zuversicht bewirkte, daß dem französischen Heer neue Kraft zuwuchs und die Soldaten aus der Hoffnungslosigkeit aufgeweckt wurden.

Jeanne selbst führte keine Waffe und tötete niemanden. Doch ihr Mut und ihre Entschlossenheit, auch in scheinbar aussichtlosen Situationen an der Spitze des Heeres zu stehen, richtete die Soldaten immer wieder auf. Das geschah auch, wenn das kriegerische Vorhaben zunächst nicht zu gelingen schien, dann aber doch zu einem erfolgreichen Ende geführt wurde.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Karl VII. hört auf Jeanne« (IV)  

Mit Überzeugung und Mut tritt Jeanne die elf Tage lange beschwerliche Reise nach Chinon an. Sie weiß sich von Gott beauftragt und fürchtet daher nicht, aufgehalten zu werden. Immer wieder stärkt sie auch ihre Begleiter. Zwei von ihnen werden später im Zuge des Rechtfertigungsprozesses für die Heilige von diesem Ritt Zeugnis ablegen.

Der Ritter Bertrand de Poulengy berichtet:

“Es war ein aufregender Ritt, aber Jeanne redete uns zu, wir sollten keine Angst haben, denn der edle Dauphin würde uns freundlich empfangen, gelangten wir erst nach Chinon! Und ich versichere euch, ich war von ihren Worten ganz entflammt, denn wirklich schien sie mir von Gott gesandt. Nie habe ich an ihr das geringste Übel sehen können. Sie war so gut wie eine Heilige […]. So kamen wir zusammen ohne Hindernis nach Chinon, wo sich der König aufhielt, der damals noch Dauphin (Thronanwärter) war. Dort war es, wo wir die Jungfrau den Edlen und Gefolgsleuten des Königs vorstellten.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Die Mission wird konkret« (III)

In den kommenden Jahren ihres Heranwachsens trug Jeanne d’Arc dieses Geheimnis zwischen Gott und ihr verborgen in sich. Sie sprach mit niemandem darüber, weder mit dem zuständigen Pfarrer noch mit ihren Eltern oder Freunden. Unter der Führung ihrer Heiligen richtete sie ihr ganzes Leben danach aus, und erfuhr nach und nach mehr über ihre Mission.

Die schwierige Kriegslage Frankreichs war der jungen Jeanne bewußt, denn der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich machte auch vor ihrem Dorf keinen Halt. Die politische Zerrissenheit des Landes, die verschiedenen Kriegsparteien und die herumstreunenden, plündernden Banden stellten eine ständige Bedrohung dar. Es bestand keine Aussicht auf Frieden. Gewiß war diese unheilvolle Situation das tägliche, sorgenvolle Gesprächsthema aller Bewohner Domrémys und Umgebung.

Im Laufe dieses Krieges hatten die Engländer nach und nach große Gebiete Frankreichs unter ihre Kontrolle gebracht. Sie verbündeten sich mit den französischen Burgundern, sodaß die Eroberung ganz Frankreichs und die damit einhergehende Herrschaft des englischen Königs sich immer stärker abzeichnete.

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