Tag 4 – Die Selbstbeherrschung      

Heiliger Geist, am Anfang schwebtest Du über den Wassern (vgl. Gen 1,2) und brachtest Ordnung in das Chaos. Du willst auch Ordnung in das Chaos bringen, das durch die Sünde verursacht wurde, Ordnung in unser inneres und äußeres Leben. So viel ist durch die Erbsünde und die Sünden, die ihr folgten, durcheinandergekommen, daß selbst Dein Freund Paulus stöhnte, daß in seinem Geist ein anderes Gesetz wohnt als in seinem Leib und – schlimmer noch – daß er dem Gesetz des Fleisches folgt (vgl. Röm 7,23)! Mit ihm stöhnen wir: “Wer erlöst mich aus diesem Leib? (Röm 7,24)

Doch soll es nicht so bleiben!

Wir müssen wieder die Herrschaft über uns selbst zurückgewinnen und dürfen nicht Sklaven unserer Leidenschaften und Gefühle sein! Es war doch so wunderbar von unserem himmlischen Vater geordnet: Der Geist erleuchtete unseren Menschengeist, dieser setzte den Willen in Kraft und die natürlichen Antriebe standen im Dienst.

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Tag 3 – Die Sanftmut

Geliebter Heiliger Geist, Du milder Seelengast,
senke den Geist der Sanftmut in uns ein,
jenen Geist, der alles durchdringt,
der unser Herz umwandelt und geschmeidig macht,
es läutert von allen Härten;
der so mild ist wie Deine wunderbare Braut, unsere Mutter.

“Selig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben. (Mt 5,5)

Du nötigst uns nicht, sondern lockst uns vielmehr mit Deiner Liebe.
Lieber läßt Du Deine Liebe wie Honig munden,
als uns Bitterkraut zu reichen, auch wenn wir dies manchmal nötig hätten!

Deinem Freund, dem Propheten Elija, hast Du Dich auch in einem sanften Säuseln zu verstehen gegeben, als er Dich im Sturm vermutete. Doch als er dann Deine milde Gegenwart wahrnahm, verhüllte er sein Haupt (vgl. 1 Kön 19,11-13).

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Tag 2 – Die Reinheit des Herzens

Geliebter Heiliger Geist, komm Du als ewiges und reines Licht und durchdringe uns, daß nichts vor Dir verborgen bleibt, kein Schatten in unserer Seele weiterleben kann, jede Dunkelheit weiche und alles von Deiner Liebe entzündet werde!

Wecke uns aus aller Trägheit und reinige unser Herz, damit es lieben kann, wie Gott liebt; lieben, wie Du liebst, damit Du und ich aufs Innigste vereint seien im Lobpreis der Herrlichkeit Gottes!

“O Gott, erschaffe mir ein reines Herz und gib mir einen neuen beständigen Geist.  (Ps 51,10)

Du, geliebter Heiliger Geist, bist

“…gedankenvoll, heilig, einzigartig, mannigfaltig, zart, beweglich, durchdringend, unbefleckt, klar, unverletzlich, das Gute liebend, scharf, nicht zu hemmen, wohltätig, menschenfreundlich, fest, sicher, ohne Sorge, alles vermögend, alles überwachend und alle Geister durchdringend, die denkenden, reinen und zartesten! (Weish 7,22-23).

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“Betrachtungen zum Heiligen Geist”: Tag 1 – Die Langmut

”Du Heiliger Geist, Du Kuß des Vaters und des Sohnes, Du süßester und innigster Kuß (hl. Bernhard von Clairveaux), wir wollen Dich besser kennen und lieben lernen! Steige deshalb hinab in unsere Seelen, “gleich der Sonne, die alles, wo sie kein Hindernis findet, erhellt. Dringe wie ein Flammenpfeil bis zur tiefsten Stelle unserer Seele vor. Du ruhst nicht in stolzen Herzen und hohen Geistern; vielmehr schlägst Du Deine Wohnung in demütigen Seelen auf (hl. Maria Magdalena von Pazzi).

Erleuchte uns in diesen Tagen, in denen wir das Hochfest Deines Kommens vorbereiten, Du, der Du unser Tröster und Lehrer bist, der Bräutigam unserer Seelen, derjenige, der uns heilig macht.

„Die Liebe ist langmütig (1 Kor 13,4)

Die Langmut ist eine der wunderbaren Früchte, welche in jenen Seelen heranreift, die auf Dich hören und auch auf langen Strecken nicht den Mut verlieren. Sie ist der Geduld ähnlich, aber noch stärker auf die Güter des Geistes bezogen. Sie trägt die Beharrlichkeit und Ausdauer in sich und macht die Seele stark und leidensfähig. So wächst sie als Frucht einer innigen Beziehung mit Dir. Sie ist göttlicher Natur, wie es der Apostel Paulus bezeugt:

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DAS LEBEN DER HEILIGEN: DER HEILIGE JOHANNES BAPTIST DE LA SALLE (1651 – 1719)

“Wer ein einziges solches Kind in meinem Namen aufnimmt, nimmt mich auf.

Heute wenden wir uns einem Heiligen zu, der an diesem Tag nach dem Kalender des Alten Ritus gefeiert wird. Es ist der heilige Johannes Baptist de la Salle. Folgendes Evangelium ist für heute gewählt:

“In jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist wohl der Größte im Himmelreiche? Da rief Jesus ein Kind herbei, stellte es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr euch nicht bekehret und nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen! Wer also immer sich verdemütigt wie dieses Kind, der ist der Größere im Himmelreiche. Und wer ein einziges solches Kind in meinem Namen aufnimmt, nimmt mich auf. (Mt 18,1–5)

Zwei Aspekte stellt uns das Evangelium in Bezug auf die Kinder vor Augen. Zunächst ist es ihre Einfachheit und Offenheit. Dies ist die Haltung, mit der wir unserem göttlichen Vater begegnen sollten. Bei unverdorbenen Kindern gibt es noch eine wunderbare Arglosigkeit, die gerne aufnimmt, was man ihnen geben möchte. Auf diese Weise mit unserem Vater zu leben, bedeutet, daß wir empfänglich für die Liebe Gottes werden, die sich uns unmittelbar mitteilen kann. Hieraus erwächst die wahre Größe, denn im Himmelreich ist derjenige groß, der am meisten liebt und aller Diener wird. Wenn unser Herz offen ist wie das eines Kindes, dann nehmen wir nicht nur die Liebe Gottes auf dem direktesten Weg auf, sondern sie wird auch der Beweggrund für unser Handeln, denn die Liebe drängt uns, die Werke Gottes zu tun. Nicht zuletzt ist es der Heilige Geist, der uns zu den guten Werken bewegt und als die Liebe zwischen Vater und Sohn unsere Herzen erleuchtet.

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Himmelfahrt Christi: “Der Herr kehrt heim zum Vater”    

Die Zeit, in der der Auferstandene seine Jünger unterwies und sie noch tiefer in ihre Mission einführte, geht zu Ende. Nun kann der Herr wieder zu seinem Vater in die ganze Herrlichkeit zurückkehren. Er hat sein Werk auf Erden vollendet und die Grundlage dafür geschaffen, daß die Botschaft des Heils überall auf der Erde verkündet wird. Nichts ist wichtiger, als daß die Sendung erfüllt wird, daß die Menschen mit dem Erlöser aller Völker in Berührung kommen und ihm folgen. Jesus ist der Weg zum Vater (vgl. Joh 14,4 –6).

In den letzten Betrachtungen haben wir Texte gewählt, die uns immer wieder auf den Heiligen Geist verweisen, der für die wahrhaftige Verbreitung des Evangeliums unbedingt nötig ist. Ohne ihn würde das Feuer der Liebe und Wahrheit bald erlöschen und die Wahrheit würde durch menschliche Fabeleien sowie durch Täuschungen durch die gefallenen Geister ersetzt werden. Hören wir heute die Passage aus der Apostelgeschichte, die von der Himmelfahrt des Herrn berichtet:

Apg 1,1-12

In der ersten Erzählung, o Theophilus! habe ich von allem gesprochen, was Jesus zu tun und zu lehren anfing bis zu dem Tage, an welchem er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln, die er auserwählt hatte, durch den Heiligen Geist seine Aufträge gegeben; denen er auch nach seinem Leiden durch viele Beweise als lebend sich zeigte, da er ihnen vierzig Tage hindurch erschien, und vom Reiche Gottes redete. Und da er mit ihnen aß, befahl er ihnen, von Jerusalem nicht wegzugehen, sondern auf die Verheißung des Vaters zu warten, die ihr (sprach er) aus meinem Munde gehört habet. Denn Johannes zwar taufte mit Wasser, ihr aber werdet mit dem Heiligen Geiste getauft werden, nach wenigen Tagen. Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr! wirst du wohl in dieser Zeit das Reich Israel wieder herstellen?

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Lobpreis des Heiligen Geistes

Joh 16,12-15

Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Nicht alles hat der Herr seinen Jüngern schon zu Lebzeiten anvertraut, wohl wissend, daß es dazu der Sendung des Geistes bedarf – nicht nur, damit die Jünger noch größere Erkenntnis erlangen, sondern auch damit sie befähigt und gestärkt werden, diese Erkenntnis zu tragen und umzusetzen.

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